Vor kurzem sind meine beiden Kleinen drei Jahre alt geworden. Ich möchte euch passend zu ihrem Geburtstag einen Post über den Alltag mit Zwillingen schreiben. Und da ich oft gefragt werde, wie ich das Leben, bzw. den Alltag mit Zwillingen so meistere, wird dies nun in diesem Post erläutert.

Es wäre gelogen wenn ich euch sage zwei kleine Babys sind nicht anstrengend. Die ersten paar Wochen hatte ich keine Pause, ich habe die kleinen gefüttert, gewickelt, gebadet und nebenbei, wenn es die Zeit zuliess, habe ich Milch abgepumpt, da mein Sohn keine Brust wollte. Leider war es auch so, dass die beiden fast nie zur gleichen Zeit geschlafen haben. Einzige Ausnahme war, wenn ich mit ihnen spazieren war. Doch kaum war der Kinderwagen nicht am Rollen, war sicherlich eines der beiden aufgewacht. Sehr früh habe ich jedoch beide auf den gleichen Schlafrhythmus trainiert. Ihr fragt euch vielleicht: Geht das? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich habe einfach immer das zweite Kind ebenfalls geweckt und gleich mitgefüttert. Ich bin zwar der Meinung, dass die Babys und Kleinkinder schon von Anfang an selber bestimmen, wann sie schlafen möchten und wann nicht. Ich hatte einfach versucht, beide gleichzeitig schlafen zu legen und beide gleichzeitig zu füttern. Geklappt hat es mit dem Schlafen fast nie. Kaum einmal sind sie tagsüber zusammen eingeschlafen. Doch die Kleinen wurden älter und somit wurden auch die Schlafzeiten mehrheitlich auf die Nacht gelegt. Am Tag gab es dann zur selben Zeit zwei Mal eine Schlafpause. Endlich hatte ich am Morgen plötzlich meine Pause wo beide Kinder im Bett lagen und schliefen. Diese Zeit war und ist noch heute „meine Zeit“. Ich versuche in dieser Zeit zwar Sachen zu erledigen wie Waschen, Bügeln, Putzen, Kochen etc. aber ich gönne mir jedes Mal eine Pause, auch wenn es nur ein paar Minuten sind.

Heute noch machen meine kleinen eine Mittagspause und noch heute gönne ich mir da mal länger mal weniger lang „meine kleine Pause“. Heute ist es zum Glück so, dass meine Kleinen meine Aufmerksamkeit nicht mehr zu jeder Minute am Tag benötigen. Sie spielen oft alleine oder zusammen. Natürlich können sie auch sehr gut streiten. Hier ist es mit Zwillingen nicht anders wie mit normalen Geschwister. Die Bindung welche sie zueinander haben ist eindeutig inniger und stärker als die von normalen Geschwister. Sie vermissen sich immer, sobald sie getrennt von einander sind.

Unser Alltag hat sich mittlerweile sehr eingependelt. Morgens nach dem Aufstehen gibt es für die Kleinen ihre geliebte Milch. Währenddessen kann sich meine Wenigkeit anziehen und das Gesicht waschen. Danach frühstücken wir zusammen. Die Kleinen spielen dann in ihrem Spielzimmer und ich lese meistens während dieser Zeit meine E-Mails. Natürlich gibt es auch immer wieder Tage, da können sie keine Minute ohne mich und da habe ich auch die Zeit nicht, am Computer zu sitzen. Zum Glück überwiegen diese Tage aber nicht. Später am Morgen gehen wir raus, erledigen Einkäufe, gehen auf den Spielplatz oder mit anderen Kindern spielen. Mittags geht es wieder nach Hause und dann wird Mittagessen zubereitet. Nach dem Mittagessen gibt es eine Mittagspause, die Kleinen gehen ins Bett, ich erledige meine Sachen und lege mich dann auch etwas hin. Nach dem Mittagsschlaf gehen wir entweder nach draussen spielen und zVieri essen oder wir spielen/basteln zusammen etwas zu Hause. Gegen 18.00 Uhr kommt meist mein Mann nach Hause und dann ist die Aufmerksamkeit zu 100% auf ihn gelenkt. So habe ich meine Ruhe um das Abendessen zu kochen.

Schon seit Beginn haben mein Mann und ich ein Abendritual für die Kinder. Ich kann es jedem der diesen Beitrag liest nur weiterempfehlen, dasselbe zu tun. Seit sie knapp zwei Jahre alt sind, bekommen sie ihre Abendmilch zusammen mit der Sandmanngeschichte. Danach wird ein Buch gelesen, Pyjama angezogen und Zähne geputzt. Es wird noch gesungen oder eine Gutenachtgeschichte erzählt und dann müssen die Kleinen ins Bett. Natürlich gibt es Tage, da wollen sie nicht und sie versuchen alles um noch wach zu bleiben. Jedoch habe ich schon sehr oft bemerkt, wie sie ganz alleine nach dem Sandmann ein Buch geholt haben, wir es dann gelesen haben und wie sie ohne Kommentare dann ins Bett gegangen sind. Sie kennen den Abendverlauf und sie wissen, dass sie ins Bett müssen.

Mir persönlich ist es wichtig, dass ich abends nochmals meine Ruhe habe und den Tag Revue passieren kann. Ich geniesse natürlich auch die Zeit mit meinem Ehemann.

Ich hoffe ich konnte allen, die diesen Beitrag gelesen haben, den Alltag mit Zwillingen etwas näherbringen. Wenn ihr Fragen habt dürft ihr mir gerne an debora@debsdiary.ch eine E-Mail schicken.