Wir alle haben Tage, Wochen, Stunden wo unsere Emotionen unser Essverhalten prägen. Schon von klein auf wird uns dies so beigebracht. Ein Beispiel: Wenn du dein Gemüse aufisst oder deinen Teller aufisst, dann gibt es danach Nachtisch. Wer kennt diesen Satz nicht? Oder wenn du als Kind etwas gut gemacht hast, dann hast du oft als Belohnung etwas Süsses wie Schokolade oder Ähnliches bekommen. Wir wurden schon so erzogen, dass wir uns mit Süssigkeiten belohnen, wenn wir etwas gut gemacht haben. Dieses Verhalten haben die Meisten von uns im erwachsenen Alter übernommen. Wir belohnen uns gerne selbst mit Kuchen, Schokolade etc. Wenn wir traurig sind, dann belohnen wir uns mit Essen, damit es uns danach wieder besser geht.

Ich habe vor einiger Zeit in einer Zeitschrift einen Artikel gelesen, als ich in einem Wartezimmer sass, dass wir, wenn wir mit einer Gruppe auswärts essen gehen, oft mehr essen als wir eigentlich wollen. Das hat zum einen den Grund, dass wenn die meisten eine Vorspeise bestellen, wir automatisch eine Vorspeise mitbestellen, obwohl wir ursprünglich gar nicht wollten und zum anderen, wir tendieren dazu, in Gesellschaft mehr zu essen als wenn wir alleine oder im kleineren Kreis essen. Leider kann ich mich an den Namen und an den Artikel der Zeitschrift nicht mehr erinnern, sonst hätte ich euch diesen gerne hier eingefügt.

Wenn ich mir überlege, wo wir noch mit Essen und Emotionen konfrontiert werden, kommen mir einige Beispiele in den Sinn. Zum Beispiel wenn ich ins Kino gehe, dann bestelle ich mir immer etwas zum Essen. Ich habe mich schon öfter gefragt wieso? Für mich gehören Kino und Essen einfach zusammen. Aber das ist ja auch sehr naheliegend, in jedem Kino befindet sich eine riesen Auswahl an Süssigkeiten. Sei es Schokolade, Süssgetränke, Popcorn, Eis, Chips, die Auswahl ist definitiv gross und sehr ungesund.

Viele von uns belassen es auch nicht nur beim Kaffee, wenn sie nachmittags zum Kaffee trinken abgemacht haben. Dazu gehört einfach ein Stück Kuchen. Vielleicht wollte man zu Anfang gar keinen Kuchen essen, doch dann im Café sehen sie einfach zu gut aus. Und wir verbinden Kaffee trinken am Nachmittag mit einem Stück Kuchen.

So ist es auch im Büro so, dass wir oft einfach nur eine kleine Pause vom Computer brauchen und dabei automatisch zur Kaffeemaschine spazieren. Wer im Büro arbeitet, ist meistens Kaffeetrinker und das nicht zu knapp. Wir denken oft während der Arbeit wir brauchen eine Kaffeepause. Wir plaudern dann noch mit Arbeitskollegen und bekommen den nötigen Koffeinkick. Wir verbinden also das Soziale, das Plaudern mit Kollegen automatisch mit einer Kaffeepause.

Vielleicht befindet sich bei der Kaffeemaschine noch etwas Kuchen oder Schokolade von einem Arbeitskollegen, der gerade Geburtstag feiert und schon ist unbewusst etwas Süsses im Magen gelandet. Wie oft greifen wir unbewusst zu Süssigkeiten und bemerken es gar nicht? Vermutlich sehr oft. Aber das ist menschlich.

Wie aber bekommt man seine Emotionen oder besser gesagt, sein Emotionales Essverhalten in den Griff? Leider ist es nicht so einfach. Menschen sind Gewohnheitstiere und somit tun wir uns sehr schwer, unser Verhalten von heute auf morgen zu ändern. Oft gelingt uns dies auch nicht alleine. Wichtig ist, dass man seine Verhaltensmuster erkennt. Wann esse ich Süssigkeiten und warum esse ich sie. Ist es, weil ich mich belohnen will, weil ich traurig bin oder bin ich einfach nur gelangweilt. Es ist nicht nur wichtig darauf zu achten, wann man zu Süssigkeiten greift, man sollte auch darauf achten, wie gross seine Portionen sind. Nehme ich einfach nochmals einen Teller voll, weil ich hungrig bin oder weil alle anderen in der Runde zwei Teller essen? Esse ich den Teller aus Anstand leer oder weil ich wirklich hungrig bin? Esse ich weiter weil es einfach zu gut schmeckt und ich nicht aufhören kann oder weil ich tatsächlich noch hungrig bin?

Wer anfängt sich zu Fragen warum er was isst und warum er wieviel isst, bemerkt vielleicht schon bald seine Muster und kann diese ändern. Wer sich dagegen schwer damit tut und gerne etwas ändern möchte, oder gerne seine Muster überhaupt entdecken möchte, der kann mir gerne eine Email (debora@debsdiary.ch) senden und wir schauen dies gemeinsam an. Wer achtsam ist beim Essen, der kämpft auch nicht mehr ständig damit, zu viel Süssigkeiten zu essen oder ständig Heisshunger auf etwas Bestimmtes zu verspüren. Wer seine „schlechten“ Verhaltensmuster ändert, der kann auch ohne schlechtes Gewissen Süssigkeiten essen und Einladungen zum Essen annehmen ohne denken zu müssen, ich werde zu viel oder zu ungesund essen. Es lohnt sich also, sein Essverhalten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer gerne dabei Unterstützung haben möchte, der kann mir gerne schreiben und wir schauen dies gemeinsam an.